Meine Methode, einen
Haken anzubinden. So klappt das sicher auch mit verbundenen Augen. Man
muss nichts durchfädeln oder verknoten und das geht mit winzigen Haken
genauso gut wie mit dem großen Haken im Film. Den habe ich nur zur
besseren Anschaulichkeit etwas größer gewählt.
Hier mal mein Tipp zum Anfüttern: Ich nehme nur Semmelmehl / geriebene
Semmel zum Beispiel aus dem ALDI ohne was dazu, am Wasser mische ich
dann im Eimer noch wenig Maden hinein.
Bei starker Strömung werden einige Scheiben frisches Toastbrot in Wasser
eingeweicht, ausgedrückt und unter das Futter gemischt, dann klebt es
ein wenig. Das Brot sollte aber nur noch Brei sein, keine Flocken, sonst
sagen die Fische nach einiger Zeit: "Danke, lieber Angler, wir sind
jetzt satt."
Von Duftstoffen halte
ich nichts, wichtig ist die Wolke. Das Futter muss so
beschaffen sein, dass es zum Maul hinein und zu den Kiemen
wieder raus schwimmt, also nur Appetit macht bzw. Interesse
weckt. Bei kaltem Wasser füttere ich weniger, bei warmem
Wasser mehr an.
Wenn mein Futter zu
leicht ist und zu schnell von der Strömung weg geschwemmt
wird, mische ich Erde von Maulwurfshügeln darunter, bis
jetzt habe ich meistens in der Nähe des Angelplatzes solche
Hügel gefunden. Wenn man einen solchen Haufen mal untersucht,
wird man feststellen, dass diese Erde an Feinheit kaum zu
übertreffen ist. Dazu kommt, sie stammt aus der Nähe der
Angelstelle, ist also (geschmacklich) unverdächtig.
Und noch ein Tipp:
Wenn es gerade gut beißt und das Futter alle ist, macht es
auch nur die reine Erde, denn wie gesagt, wichtig ist die
Wolke.
Mein Rezept für fängigen Angelteig
Ein altes Brötchen weiche ich in Wasser
ein und drücke es nachher leicht aus. In einer Schüssel gebe ich 2 Esslöffel
Zucker, 2 Esslöffel Gries und 1 Esslöffel Rapsöl dazu. Ich stelle mir Mehl
dazu bereit. Die Zutaten werden intensiv mit der Hand verknetet. Mit der
vorsichtigen Zugabe von Mehl stelle ich die Konsistenz ein. Es soll ein eher
weicher Teig entstehen, denn er wird nachher durch das aufquellen des Gries
und des Mehls noch etwas fester.
Durch den Zucker wird der Teig klebrig und hält gut am Haken und durch das
Öl löst er sich nicht so schnell im Wasser auf. Von Aromen halte ich nichts,
Vanille hat sich als Fischscheuche herausgestellt, wer will, kann mit
diversen anderen Aromen durchaus experimentieren.
Schwimmer, Blinker aus dem Baum retten
Sollte der Wind mal einen
Wurf so steuern, dass ein wertvoller Kunstköder oder Schwimmer im Baum hängen bleibt, hilft es manchmal, in den
Spitzenring einer Angelrute eine brennende Zigarette zu klemmen und damit zu
versuchen, am Ast die Angelschnur durch zu schmelzen.
Vorfächer sicher aufbewahren
Das erklärt sich fast von
selber, ein Stück Rohrisolierung, die Vorfächer aufwickeln und durch die
Schlaufe am Vorfachende mit Stecknadeln festmachen. Das ganze passt saugend
in eine Bonbondose.
Wirbel aufbewahren
So können sie problemlos
einzeln am Wasser auch mit klammen Fingern entnommen werden. Mehrere
Sicherheitsnadeln passen in ein Zigarrenröhrchen.
Es gibt Situationen, wo zum
Beispiel eine leichte Posenmontage mal weit geworfen werden muss.
Eine Leichte Montage weit werfen
kann man, indem man schon
zu Hause "Wurfgewichte" selber herstellt. Diese sind aus 2 bis 3
Zuckerwürfeln, die mit wasserlöslicher PVA Schnur zusammengebunden werden.
Diese Pakete kann man in einer trockenen Frischhaltedose ans Wasser
transportieren und dort am Haken einhängen. Nach dem auswerfen sinkt die
Montage ganz kurz unter um dann nach kürzester Zeit an der Wasseroberflächen
aufzutauchen.
Eine Umspulstation entsteht
Die Grundlage ist ein
Nähmaschinenmotor mit Drehzahlregulierung mittels Fußpedal. Auf die Achse
wurde ein handelsübliches Schnellspannbohrfutter angepasst und
aufgeschraubt.
An die Grundplatte aus 10mm
Sperrholz werden zwei Leisten geleimt, auf denen die Station stehen soll.
Oben auf die Grundplatte
werden ebenfalls zwei Leisten befestigt, an denen mit 6mm Schlossschrauben der
Motor und ein Vierkantstab aus Aluminium festgeschraubt wird. In diesen Stab
werden zuvor oben drei Gewindelöcher 8mm, 4mm und 3mm geschnitten. In diese
Löcher kommen wechselweise Gewindestäbe, welche die Spulen mit der
Angelschnur aufnehmen sollen.
Der originale Stecker wäre
dem Bohrfutter im Weg, also musste ich die Kabel fest anschließen und die
Steckerkontakte mit einem Stück Plaste abdecken. Wichtiger Hinweis
Hier die fertige Station.
Die Spule auf der Motorachse wird mit einem passenden Gewindestab und dort
mit zwei Holzkugeln fixiert. Die große Spule im Vordergrund, von der die
Schnur abläuft, steckt auf einer passenden Metallhülse, die mit einer
Flügelmutter auf dem Gewindestab festgeschraubt ist.
Fazit: Zum Umspulen braucht
man einen sehr sensiblen Zeh auf dem Pedal, ich hätte nicht gedacht, wie
leicht der Vorgang bei Vollgas aus dem Ruder laufen kann. Etwas Feinschliff
ist noch nötig, das wird sich im weiteren Gebrauch zeigen. Alles in
Allem aber ein durchaus praxistaugliches Ding. Ich kann mir vorstellen, dass
es noch mit verschiedenen Adaptern sowie einem Rollenhalter für Multirollen
ergänzt wird.