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Gurkenradweg Mai 2006

Im Jahr 2006 wollten wir unseren alljährlichen Angelurlaub in Neuendorf am See mit einer Radtour entlang des Gurkenradweges verbinden. Geplant haben wir die Strecke von gerade einmal 250km auf fünf Tage. Es sollte eine beschauliche Tour mit vielen Zwischenstopps werden. Als Karte haben wir die Radwanderkarte „Gurkenradweg im Spreewald“. In dieser Karte sind die Sehenswürdigkeiten am Gurkenradweg anschaulich beschrieben, ich werde sie hier also nicht noch mal alle einzeln niederschreiben.

 Am Montag, dem15. Mai kamen wir vor Mittag mit dem Auto bei Frau Schulze in Neuendorf an. Hier wurden unsere Räder bepackt, das Auto sollte die Woche hier stehen bleiben. Für den ersten Tag hatten wir uns die „Bergetappe“ über Köthen vorgenommen. Der Wehla Berg mit 144 Höhenmetern ist ein lohnenswerter Aussichtspunkt. Als Ziel war schon von zu Hause aus ein Zimmer im Hotel „Zur alten Post“ in Golßen gebucht. Diese erste Etappe hatte es schon in sich. Zwischen Friedrichshof und Golßen führte der Weg durch die Mönchheide. Sandwege zwingen ab und zu zum Absteigen und Schieben. Hier habe ich einen Wegweiser übersehen, so dass wir weit vom Radweg abkamen und uns schließlich in Glashütte wieder fanden. Von hier konnten wir die Landstraße nach Friedrichshof zurückfahren. Beim zweiten Versuch sah ich dann auch den vorher übersehenen Wegweiser.

Am Abend in Golßen saßen wir noch eine Weile in einem schönen Schlosspark, von wo uns aber dann die Mücken vertrieben haben.
Am nächsten Morgen frisch gestärkt ging es zunächst zum Spreewaldhof Golßen, dem größten Gurkenverarbeiter der Region. Hier ist aber erst ab 14:00 Uhr geöffnet. Also ohne Gurken weiter über Kasel-Golzig zur Kanow- Mühle in Sagritz, die aber auch erst nachmittags zu besichtigen ist. Weiter fuhren wir nach Lübben und hier zum Spreehafen. Von hier stechen die Spreewaldkähne  mit Fahrgästen
in See durch das weit verzweigte Wasserstraßennetz. Wir machten hier aber nur einen kurzen Halt, um einige knackige echt Spreewälder Gewürzgurken zu genießen, denn in Lübben waren wir schon mehrfach. Der Tag war noch jung, also weiter nach Lübbenau. Im dortigen Hafen wurden wir von einem kräftigen Regenschauer überrascht. Auf einer Bank am Schloss unter einer riesigen Kastanie warteten wir den Regen ab und verzehrten hier unser mitgebrachtes Mittagsbrot.

Ein Mittagsschläfchen war immer mit im Fahrplan.

Die Sonne rief uns zur Weiterfahrt zunächst nach Leipe. Im Spreewaldhof in Leipe wollte man uns aber nicht die noch vom Regen nassen Stühle im Biergarten trocken wischen. Also weiter zur Kanower Mühle. Eine glückliche Entscheidung, ein guter Kaffee und ein wundervolles Stück Rhabarberkuchen stärkten uns für die Weiterfahrt. In Raddusch sollte man sich die original nach gebaute slawische Ringburg ansehen. Von hier ging es zu unserem Tagesziel nach Burg. Hier fanden wir schnell in der „Pension zum Kurpark“ ein blitzsauberes Ferienappartement.

Unweit des Bismarckturms in Burg entsteht ein Weidendom.

Abends machten wir noch eine Spazierfahrt vorbei am Spreehafen zum Bismarckturm. Wir besuchten auch den Erlebnisbahnhof Burg, der keinen Gleisanschluss mehr hat und heute als Gaststätte mit Eisenbahnmuseum einlädt.

Das Abendessen in der empfehlenswerten „Kräutermühle“ neben unserer Pension bestand aus leckerer Sülze mit Röstkartoffeln. Ein Heimatchor hatte sich hier an einer langen Tafel zur Chorprobe getroffen und uns mit einem Gratiskonzert in professioneller Qualität vortrefflich unterhalten.

Weil wir am nächsten Tag nach Cottbus und Peitz fahren wollten und der Radweg wieder in Burg vorbeiführt, behielten wir unser Appartement und fuhren ohne unser Gepäck, das wir im Quartier ließen, über Werben nach Cottbus. Wir wollten heute nicht in das Stadtzentrum fahren. So ging es von der Sieglower Chaussee am großen Einkaufspark links wieder zur Spree.
In Richtung Peitz geht es über einen breiten Dammweg durch das größte zusammenhängende Teichgebiet Europas. Auf dem Dammweg kann man viel über die Flora und Fauna an den Teichen erfahren. Von hier kommen die berühmten Peitzer Karpfen.

Die Rückfahrt in Richtung Burg führte über das Storchendorf Dissen und über Striesow. Abends waren wir also wieder in Burg. Nun gibt (gab?) es ja in Burg eine ganz spezielle Gastronomität, die sich ausdrücklich als Kartoffelgaststätte bezeichnete. Dort aßen wir eine Spreewälder Spezialität, Schweineschnitzel mit frischem Spreewälder Spargel und Sauce Hollandaise. Das war ja sehr lecker, nur so extrem wässrige und unakzeptable Kartoffeln hatte ich noch nie auf dem Teller. Also ließen wir die Erdäpfel, die bestimmt nicht aus dem Spreewald waren, mit einer passenden Bemerkung zurückgehen.
Am vierten Tag der Tour frühstückten wir auf der Terrasse unseres Ferienappartements und beschlossen, die letzte Strecke von ca. 65 km bis nach Neuendorf am See in einem Ritt zurückzulegen. Wir riefen Frau Schulze an, sie war einverstanden, dass wir schon am Donnerstag statt am Freitag unser Urlaubsquartier beziehen können.

Auf dem Weg nach Lübben sahen wir in Straupitz die bemerkenswerte Dorfkirche von dem Architekten Karl Friedrich Schinkel. Auch die in Deutschland einzigartige 200 Jahre alte „Holländermühle Straupitz“ ist einen Besuch wert.

Durch Lübben in Richtung Norden führt der Weg durch das Petkampsberger Teichgebiet, wo wir im „Gasthaus Petkampsberg“ ein weiteres Spreewälder Nationalgericht bestellten, Grützewurst mit Sauerkraut und Salzkartoffeln.  

In Schlepzig besuchten wir noch den Landgasthof "Spreewälder Privatbrauerei 1788", wo nach uraltem Braurecht einheimisches Bier gebraut wird. Den Schlenker über Dürrehofe, Krugau, Groß Leuthen und Gröditsch haben wir in den vergangenen Jahren schon durchfahren, also ließen wir das heute aus und fuhren statt dessen direkt die Landstraße über Neu Lübbenau nach Neuendorf am See. Am Nachmittag kamen wir dann bei Frau Schulze an, wo wir noch unseren alljährlichen Angelurlaub verlebten.

 

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