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Weißfische sind entgegen der Meinung vieler Angler in der Küche durchaus gut zu gebrauchen, man kann sie zu einer leckeren Fischsuppe oder zu Fischfrikadellen verarbeiten. Auch nach der 3S Methode (säubern, säuern, salzen) in Mehl gewendet und in heißem Rapsöl langsam knusprig braun gebacken sind sie eine Delikatesse.



Warum habe ich nichts gefangen? Diese Frage will ich hier beantworten.
 

1. Der Angelplatz

 

Angelstellen sollte ich nach Möglichkeit meiden, das sind die Uferstellen, wo schon kein Gras mehr wächst und oft auch Hinterlassenschaften der verschiedensten Art herumliegen.

Nach Möglichkeit soll ich Deckung ausnutzen. Das kann ein großes Grasbüschel oder ein Strauch, auch ein Baumstamm sein hinter dem ich meinen Angelstuhl platziere. Niemals soll ich stehend angeln. Geräusche sind zu unterlassen. Wenn ich einen Gegenstand wie den Kescher oder die Tasche, einen Eimer aus der Hand fallen lasse, sind die Großen weg und kommen die nächsten drei Stunden auch nicht zurück. Der Kescher wird aufgeklappt in Reichweite der freien Hand parallel zum Ufer abgelegt noch bevor ich die Angelrute fertigmache.

 

2. Rute und Rolle

 

Die Rute kann eine Rolle haben, wenn Karpfen zu erwarten sind. Gerne fische ich mit einer 6 Meter langen beringten Bologneserute von Mitchell, diese wiegt alleine nur etwas über 300g. Auf einer leichten möglichst kleinen Rolle brauche ich nur 15er bis 18er monofile Schur, die teuerste mit der größten Tragkraft ist gerade gut genug. Bei mir hat sich die weiche Platil strong bewährt. Besser noch fischt es sich mit einer unberingten Stipprute. Die Länge richtet sich nach dem Geldbeutel und danach, ob sie sich noch gut handhaben lässt ohne dass ich Gelenkschmerzen bekomme. An der Stipprute befestige ich die Schnur so lang, dass sie bis zum Haken einen reichlichen halben Meter kürzer als die Rute ist, wenn ich diese in die Senkrechte anhebe, soll der Haken genau in Reichweite meiner augestreckten Hand landen. An stehendem Gewässer nehme ich gerne die 4,50m Tubertini Match Rute.

 

3. Die Montage und Köder

 

Der Schwimmer soll so klein wie nötig sein und ungefähr drei 2mm Bleischrote tragen. Diese Bleischrote klemmen nahe zusammen etwa 15 cm über dem Vorfachknoten, damit sie ein zusammenhängendes Wurfgewicht ergeben. Am Fluss nehme ich Schwimmer mit kugelförmigem Schwimmkörper und kurzer Antenne, am See ausschließlich Stachelschweinposen, je nach erforderlicher Wurfweite auch größer.

 
 
Eine handelsübliche und zwei Eigenbauposen, diese sind aus Federkielen und Kork.
 
 
Verschiedene Stachelschweinposen für stehende Gewässer
 
 

Das Vorfach ist bei mir nur 15cm lang und aus 10er Schur. Am oberen Vorfachende knote ich eine einfache Schlaufe, die ich in einen Doppelknoten auf der Hauptschnur einschlaufen kann. Auf dem Vorfach 10cm über dem Haken klemmt noch ein winziges Bleischrot von höchsten etwa 1,5mm, damit der Haken mit dem Köder schneller sinkt. Als Köder nehme ich nur Maden oder Gerstengraupen, Teig nur in Kügelchen von 3 bis 4 mm Durchmesser auf die Hakenspitze. Maden sind im Allgemeinen sehr fängig, es gibt aber Gewässerabschnitte, wo Graupen besser fangen. Teig sehe ich als Ersatz an, fängt aber auch. Der Haken ist ein 13er bis 15er langschenkliger dünndrähtiger Haken, den kann ich zum Beködern besser anfassen. Gebundene Haken nehme ich nicht, sie werden meistens mit zu starker Vorfachschnur verkauft.

 

4. Fischen im Fluss 

 

Am Fluss gibt es Stellen, wo sich vermeintlich viele Fische aufhalten. Das sind  Stellen mit Rückströmung oder hinter großen Hindernissen. Der Nachteil solcher Stellen ist, dass ich hier nicht abschätzen kann, wo die Strömung mein  Futter hintreibt und der hier starke Angeldruck herrscht. Besser sind solche Flussabschnitte, wo die Strömung nicht zu schnell ganz gerade vorbeifließt. Dort gibt es immer eine Strömungskante wo sich die langsamere Uferströmung und die schnellere Hauptströmung treffen. An dieser Kante entlang wird geangelt. Anfüttern muss ich am Anfang mit zwei bis drei tennisballgroßen Portionen. Die landen einen Meter näher zum Ufer, als später der Köder läuft. Durch die Strömungsbedingungen liegt die Futterspur dann gerade richtig ein Stück weiter zur Flussmitte hin.

Die Schwere des Futters richtet sich nach der Strömung. Es soll eine Weile am Grund liegen bleiben und eine Futterspur verursachen. Nachfüttern in kleinen Walnussgroßen Portionen kann ich nach Gefühl um die Fische auf der Spur zu halten. Einige wichtige Sätze zum Futter findet man hier. Ausloten soll ich möglichst wenig, am Besten gar nicht denn auch das verschreckt die Fische. Nach drei bis vier Durchläufen habe ich die Tiefe auch ermittelt. Den Köder biete ich ganz natürlich an, also dem Lauf der Strömung überlassen, nicht abbremsen, höchstens am Ende der Angelstrecke mal einige Sekunden anhalten. Der Köder läuft am Besten etwa 10 Zentimeter über dem Gewässergrund.

 

5. Fischen im stehenden Gewässer

 

Hier wähle ich die gleiche Montage wie am Fluss, nur mit einer schlanken Pose und je nach Windstärke so fein, dass die Posenspitze gerade noch zu sehen ist. Günstig ist auflandiger Wind, weil das natürliche Plankton hierher treibt und also auch die Fische sich hier aufhalten. Um Weißfische zu fangen, muss ich keineswegs weit werfen, nur so weit, dass ich mir einbilden kann, ich wäre außer Sichtweite der Fische. Es sollte aber schon mindestens einen Meter tief sein. Das Lockfutter streue ich flächig ein, das plumpst nicht so. Ich füttere je nach Wind etwa einen Bereich von einem Quadratmeter. Das Futter beschwere ich hier nicht, es soll langsam sinken und eine Wolke bilden. Ich fische immer nur mit einer Rute, so fange ich mehr, weil ich meine Aufmerksamkeit nur auf einen Schwimmer richte.

 
Fazit
 

Diese Angelmethode auf Weißfische habe ich von erfahrenen Anglern vor Jahren gelernt. Ich habe damit Erfolg und denke, dass dieser Text Anderen helfen wird, ähnliche Erfolge wie ich zu erzielen. Denn Schneidertage in der Natur sind zwar auch erholsam, Fische fangen ist jedoch, wenn wir ehrlich sind, das Salz in der Suppe.

 
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