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Am 11. Mai 2003 war es endlich soweit:
Wir starteten unsere lange geplante Radtour entlang der Weser und der Elbe.
Start sollte in Hann.-Münden sein, am Zusammenfluss von Werra und
Fulda, am Weserstein. Der Weserradweg ist unter Radlern sehr beliebt, er ist
gut ausgebaut, durchgehend beschildert und führt durch wunderschöne
Landschaften.
Ich stelle hier eine eher sportliche Variante der Fahrt vor
mit Tagesetappen zwischen 80 und 120 Kilometern. So legten wir die gesamte
Strecke in 1 Woche zurück. Jeder kann die Etappen kürzer oder länger
wählen, Übernachtungen sind entlang der Weser leicht zu finden, wir
schliefen bevorzugt in Jugendherbergen, auch für Senioren eine Preiswerte
Alternative, wenn man bereit ist, abends seine Betten selber zu beziehen.
Die
genauen Modalitäten und Preise findet man hier:
DJH - Die
Jugendherbergen
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Die Anreise von
Dresden mit der Bahn war mit dem Wochenendticket recht preiswert, zumal
für uns fünf Personen. Da wir am Sonnabend erst in den
Nachmittagsstunden hier waren, sollte die Tour am Sonntag beginnen.
Deshalb hatten wir die Übernachtung schon von zu Hause aus in der
Jugendherberge Hann. Münden gebucht.
Den Abend nutzten
wir zu einem ausgiebigen Bummel durch die wunderschöne Stadt und zum
Weserstein. Auch ein Besuch im Biergarten war noch drin, für die Frauen
allerdings mit heißer Schokolade, das Wetter hatte sich inzwischen etwas
abgekühlt. Das Eheleben auch, die Nacht verbrachten wir im
Doppelstockbett. |
Hann.Münden |
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118 km nach
Bodenwerder |
Am Sonntag, den
11. Mai 8:00 Uhr Start von Hann. Münden zur ersten Etappe nach
Bodenwerder. Das Wetter war eher durchwachsen. Die Strecke ist hier noch
hügelig, an einigen kurzen Steigungen mussten wir mit dem schweren
Gepäck schieben. Der erste Halt nach ca. 20 km am
Kloster Bursfelde. Überall auf der Strecke wunderschöne
Fachwerkhäuser. Mittagspause auf einer Anhöhe mit Blick auf Bad
Karlshagen, wo im Kurpark ein Platzkonzert zu hören war. Weiter über
Beverungen, Höxter und Holzminden nach Bodenwerder.
Die Jugendherberge
liegt auf dem Hang, nach reichlich 100 km heißt es um 17:00 Uhr
noch mal Schieben. Die Herberge ist sehr empfehlenswert, aber wieder ein
Etagenbett, dafür aber mit eigenem WC und Dusche. Abends noch ein
Spaziergang in die romantische Stadt, ein fürstliches Abendessen beim
Griechen und ein Eis vom Italiener.
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98 km nach
Vlotho |
Morgens beim
Frühstück Anruf in Minden, Die Jugendherberge ist schon voll, wir
sollen es in Vlotho versuchen, und es klappt. Da haben wir uns noch
gefreut... Unterwegs ein Stadtbummel durch Hameln, sollte man nicht
auslassen.
Dann die erste
Panne: an meinem Hinterrad war eine Speiche gebrochen und einige locker,
also eine Werkstatt suchen. Die war in Hessisch Oldendorf schnell
gefunden, der örtliche Fahrradhändler zog eine neue Speiche ein und
zentrierte das Hinterrad neu. Und jetzt nach Vlotho, wenn man vor dem
Ort dem Weserradweg folgt, erlebt man eine sportliche Einlage. Damit die
Radfahrer, besonders die, die mit Kindern unterwegs sind, von der
Landstraße ferngehalten werden, schickt man sie über etliche böse
Steigungen und durch den Wald auf einen Umweg. Alle anderen sollten
tunlichst auf der Straße bleiben, vor allem wenn sie in die
Jugendherberge wollen, denn die liegt auf einem steilen Berg, also noch
mal 2 km schieben. Das Haus selbst war schon mit Kindern belegt, um 22
Uhr war dann aber endlich Ruhe bis 7 Uhr früh. |
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86 km nach
Nienburg |
Am nächsten Tag
ging es über Bad Oeynhausen zunächst nach Minden, hier wurde an der
Uferpromenade Rast gemacht. Danach weiter zum Mittellandkanal. Die
Brücke über die Weser ist ein beeindruckendes Bauwerk, ebenso die
Schleusen.
Weiter durch
Petershagen, der Radweg entfernt sich hier ein Stück weit von der Weser.
In Landesbergen überquert der Radweg die Weser, nun war es nicht mehr
weit zu unserem Tagesziel Nienburg. Hier bezogen wir Quartier im
Jugendgästehaus, wo man uns sehr freundlich in sauberen, ordentlichen
Zimmern aufnahm. Am Abend machten wir noch einen ausgedehnten
Spaziergang durch die schöne Altstadt . |
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90 km nach
Bremen |
Früh schon
schlechtes Wetter, was sich über den Tag auch nicht wesentlich änderte,
kalt, Regen, Wind. Unser Tagesziel sollte Bremen sein. Also Anruf in
Bremen, die Jugendherberge war voll, Absagen auch von anderen
Quartieren. Na dann fahren wir erst mal los. Die Strecke wäre sicher
herrlich gewesen, bei besserem Wetter.
In Bremen wollten
wir uns mit einer Freundin aus Hannover treffen. Als wir auf den Deichen
vor Bremen ankommen, empfängt uns ein Platzregen. Also erst mal
unterstellen, und immer noch keine Zimmer für die Nacht. Anruf bei der
Touristinformation in Bremen, wir sollen hinkommen. Dort bekamen wir
dann noch zwei Zimmer im Cityhotel auf der Bahnhofstraße, die uns für
die Regenfahrt entschädigten, endlich mal keine Betten beziehen.
Am Abend noch ein
Besuch in der Stadt und Abendessen mit Maritas Freundin beim Chinesen.
Abends klagt meine Frau nach dieser anstrengenden Etappe über
Rückenschmerzen und entzündete Augen, wir vereinbaren, das wir noch so
lange mitfahren, wie es ihr möglich ist. |
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99 km nach
Bremerhaven |
Am Morgen eine
böse Überraschung: Das Kettenritzel von meinem Hinterrad hatte sich von
der Nabe gelöst, ich konnte nicht weiterfahren. Da hatte ich selber
Schuld. Am Abend zuvor hatte sich ein Gepäckriemen durch meine
Unachtsamkeit zwischen Speichen und Ritzel gewickelt und ließ sich nur
sehr schwer wieder entfernen. Da hat er wohl das Teil von der Nabe
gedrückt. Rettung fand sich schon 10 Minuten später am Bahnhof. Hier
wurde mein Rad von zwei freundlichen Mechanikern in Empfang genommen,
die auf dem Bahnhofsvorplatz eine Fahrradwerkstatt betreiben. Als wir
die vielen Räder der Pendler sahen, wussten wir auch warum die beiden
ausgerechnet dort ihr Business betreiben. Als
wir schon nach einer Stunde das Rad abholen konnten, waren wir wieder rundum
zufrieden.
Unsere drei
Gefährten waren am Morgen schon vorausgefahren, so beschlossen wir, auch
mit Rücksicht auf den Rücken meiner Frau, mit der Bahn weiter zu fahren.
Dadurch entging uns eine Etappe und vor allem auch die Überfahrt mit der
Fähre nach Bremerhaven.
So, nun waren wir
zwei Mittags schon dort und konnten im Hotel Weserland einchecken, das
wir schon am Morgen telefonisch gebucht hatten. Jetzt war viel
Zeit für eine ausgiebige Erkundungsfahrt durch die Stadt und den Hafen.
Besonders zu empfehlen ist der Fischereihafen, hier ließen wir uns bei
Fisch und Bier die Sonne auf den Bauch scheinen. Jetzt meldete sich aber
wieder die Lendenwirbelsäule meiner Frau. Wir fuhren zurück in unser
Hotel, wo meine Frau auch bleiben musste.
Ich radelte
allein zur
Weserfähre und rief Thomas an. Die Fähre kam dann auch bald und
ich konnte vom Leuchtturm aus winken. Am Abend dann noch ein
Bummel zum Fischereihafen, alle Fünf wieder vereint. |
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60 km nach
Cuxhaven |
Am nächsten Morgen
wollte mein Frau es noch mal versuchen, und so starteten wir zur letzten
Etappe auf dem Weserradweg nach Cuxhaven. Zunächst ging es durch das
riesige Hafengelände von Bremerhafen vorbei an einer beeindruckenden
Kulisse von Kränen und Schiffen. Dann verlief der Radweg entlang des
Weserdeiches auf einer guten Asphaltstraße, die auch von
allerdings sehr rücksichtsvollen Autofahrern genutzt wurde.
Hier hatten wir
die erste Reifenpanne der Tour, am Vorderrad meiner Frau. Der Schlauch
war schnell gewechselt. Von Zeit zu Zeit stiegen wir auf den Damm, um
die großen Schiffe auf der Weser zu sehen. Mittagspause war in der
Gaststätte " Zur gemütlichen Ecke" direkt hinter dem Deich. Hier gab es
Maischolle satt, das heißt soviel man essen kann. Eine Köstlichkeit in
einem Gasthaus, das ich ausdrücklich empfehlen kann.
Über verschiedene
Seebäder erreichten wir am Nachmittag unser Nachtquartier in
der Jugendherberge Cuxhaven. Hier wurden wir wieder freundlich empfangen und
konnten saubere und ansprechende Zimmer beziehen.
Am Abend
unternahmen wir wieder einen Ausflug mit dem Rad in die nähere Umgebung,
wir sahen den Hafen und beschlossen den Tag mit Fischsemmeln und Bier an
der Helgoländer Fähre. |
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mit der
Bahn nach
Hamburg |
Die Hansestadt
Hamburg erreichten wir wegen des Handicaps meiner Frau wieder mit der
Bahn. So waren wir am Vormittag schon dort.
Aber eine neue Hürde tat sich auf: es war Museumsnacht, alle
Quartiere ausgebucht. Also zum Bahnhof, zur Touristinformation. Zwei
Zimmer gab es noch, auf der Bremer Zeile, und wer Hamburg kennt, weiß
auch, was das bedeutet. Eine gute Pension in einer "lustigen" Gegend.
Das sollte uns aber nicht schrecken. Wir konnten die Räder einschließen,
das war uns das Wichtigste.
Und dann zu einem
lang gehegten Traum, jedenfalls für die Männer, ein Besuch im
"Modelleisenbahn Wunderland". Vorsicht! Das macht absolut süchtig,
höchste Infektionsgefahr. Eine Stadtrundfahrt gönnten wir uns noch, und der
Blick aus dem Hotelfenster (besser als Fernsehen) beendete den Tag.
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Am
nächsten Morgen das endgültige Aus für mich und meine Liebe: Es ging
einfach nicht mehr. Ihr Rücken war nur noch ein Schmerz, dazu regnete es
wie aus Gießkannen. Also zum Bahnhof. Es war Sonntag, wir konnten ein
Wochenendticket nutzen.
In Lüneburg hieß es dann Abschied nehmen, mit einer
Träne im Knopfloch: Thomas, Kathi und Daniel stiegen hier aus und radelten
zum Elberadweg, von dem hier:
Elbe berichtet
wird. Wir beide fuhren mit dem Zug weiter nach Dresden. Nächstes Jahr
machen wir den Elberadweg von Elbflorenz nach Hamburg, hoffentlich unter
einem besseren Stern. |
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